Referate unterscheiden sich deutlich auf den einzelnen Klassenstufen. Schüler sollten anfangs nicht überfordert, später nicht unterfordert werden. In den Anforderungen an Schülerreferate sollte daher eine deutliche Progression erkennbar sein – im Hinblick auf die inhaltlichen Anforderungen, aber auch auf die rhetorischen Fähigkeiten und die jeweilige Präsentationstechnik.
Bei der
Referatsvorbereitung arbeiten die Referenten mit einfachen Materialien: mit dem
jeweiligen Fachbuch, ergänzend etwa mit einem Lexikon oder mit einfacher Literatur
(z. B. aus der Stadtbücherei); dabei gibt der Lehrer in der Regel konkrete
Hilfestellungen (z. B. ergänzendes Material oder Tipps zur Rhetorik).
Die
Referenten bemühen sich, die schriftlichen Informationen in gesprochene Sprache
umzuwandeln (es »in eigenen Worten« zu sagen).
Sie halten
das Referat für die Mitschüler (nicht für den Lehrer!); sie versuchen das
Interesse der Mitschüler am Thema zu wecken und das Referat interessant und
anschaulich zu gestalten.
Sie arbeiten
mit einfachen Visualisierungen (z. B. Thema und Gliederungspunkte an der Tafel
oder eine Folie von bis zu max. 20 Zeilen).
Sie dürfen
ihr Referat ablesen, sollten sich dabei aber immer wieder vom Text lösen und
Blickkontakt aufnehmen; zu einzelnen im Text markierten Stichworten entwickeln
sie ihre Gedanken frei (freies Ablesen). Wenn es den Referenten bereits
gelingt, ihre Gedanken auf Stichworte gestützt frei zu entwickeln (Methode Halb-Halb
/ Kärtchen-Methode) sollte das besonders gewürdigt werden.
Sie machen zu
Hause oder in der Schule eine Generalprobe mit einer vertrauten Person (Vorversprachlichung
und Zeitkontrolle!).
Die Referate
dauern etwa 6 bis 12 Minuten, länger nur nach Absprache!
Bei der Vorbereitung zeigen die Referenten eine größere Selbstständigkeit: Dies gilt sowohl für die Materialsammlung (umfangreichere und komplexere Literatur; Internetrecherche, Umfragen usw.) als auch für die rhetorische Vorbereitung. Zur selbstständigen Erarbeitung gehört selbstverständlich auch die gewissenhafte Angabe der Quellen. Schüler müssen damit rechnen, dass Lehrer Kontrollfragen stellen. Selbstständigkeit bedeutet auch, dass der Schüler von sich aus die Beratung mit dem Fachlehrer sucht.
Die Schüler
kennen einfache Kommunikationsmodelle (z. B. Dreieck der Rhetorik oder
Nachrichtenquadrat) sowie einfache Regeln (z. B. Sprich verständlich!, Sprich
strukturiert! oder Sprich möglichst frei!) und wenden diese an. Dabei bemühen
sie sich, möglichst du-orientiert und nur so sachorientiert wie nötig zu
sprechen. Das heißt, sie orientieren sich bei Auswahl ihrer Informationen nicht
nur an den Fakten, die vom Thema her erforderlich sind, sondern bewusst auch an
den Voraussetzungen, Interessen und Erwartungen ihrer Mitschüler (Spannungsfeld
zwischen Sach- und Du-Orientierung).
Sie verfügen
über ein größeres Repertoire an Präsentationstechniken (neben Tafel und Folien z.
B. auch: Pinnwand, Flipchart oder Lernplakat). Dabei beherrschen sie die
technische Handhabung der Medien.
Beim Vortrag
wählen die Referenten eine Vermittlungsmethode, die es ihnen erlaubt, möglichst
frei zu sprechen (Kärtchen, Sprechen nach Gliederungspunkten, Medientrick).
Eine Generalprobe (s. o.!) bleibt weiterhin empfohlen zur Vorversprachlichung und zur Zeitkontrolle.
Die Schüler
können Referate von der rhetorischen Seite beurteilen und sich gegenseitig
Feedback geben.
Die Referate dauern etwa 8 bis 15 Min., länger nur nach Absprache!
Referate auf der
Oberstufe
Die Schüler
beachten fachspezifische Besonderheiten.
Als besondere
Leistung ist zu würdigen, wenn die Referenten Arbeitsmaterial ausgeben,
gezielte Arbeitsanweisungen geben oder zum Mitschreiben auffordern. Ebenfalls positiv
ist zu würdigen, wenn es dem Referenten gelingt, vom Monolog des Referats in
einen Dialog oder in eine Diskussion überzuwechseln. Dazu gehört auch die
Gestaltung einer Unterrichtsstunde.
Beim Vortrag entwickeln die Referenten ihre Fähigkeit weiter, stichwortgestützt möglichst frei zu sprechen (Kärtchen, Sprechen nach Gliederungspunkten, Medientrick, freie Rede).
Die Schüler
sind darauf vorbereitet, dass sich an das Referat ein Kolloquium anschließen
kann.
Die Referate dauern
etwa 15 bis 25 Minuten, max. 40 Minuten etwa bei der Gestaltung einer
Unterrichtsstunde, auch dies allerdings nur nach Absprache mit dem Fachlehrer.
Eigentlich wäre es eine Selbstverständlichkeit, dass die Mitschüler bei Referaten das Wesentliche mitschreiben. Dies sollte im Rahmen unseres Methoden-Curriculums besprochen, behandelt und eingeübt werden. Bis dahin sind die folgenden Minimalanforderungen empfohlen:
Für die Stufe 7 bis 8:
Datum, Name des Referenten, Thema, Gliederungspunkte
Fazit / Zusammenfassung / zentrale Botschaft in mindestens einem Satz
Für die Stufe 9 bis 10:
Datum, Name des Referenten, Thema, Gliederungspunkte
Die wesentlichen Punkte der Visualisierung
Fazit / Zusammenfassung / zentrale Botschaft in ausführlicher(er) Form
Anmerkungen zum Feedback (Gut fand ich … / Verbessern könntest du noch …)
Für die Oberstufe:
Datum, Name des Referenten, Thema, Gliederungspunkte
Die wesentlichen Punkte der Visualisierung bzw. Mitschrift nach Aufforderung durch den Referenten
Selbstständige Mitschrift (zentrale Thesen oder Aussagen, unterrichtsrelevante Informationen usw.)
Anmerkungen
zum Feedback (Gut fand ich … / Verbessern könntest du noch …)