Anforderungen an die Referenten

 

Referate unterscheiden sich deutlich auf den einzelnen Klassenstufen. Schüler sollten anfangs nicht überfordert, später nicht unterfordert werden. In den Anforderungen an Schülerreferate sollte daher eine deutliche Progression erkennbar sein – im Hinblick auf die inhaltlichen Anforderungen, aber auch auf die rhetorischen Fähigkeiten und die jeweilige Präsentationstechnik.

 

Referate in 7 und 8

Bei der Referatsvorbereitung arbeiten die Referenten mit einfachen Materialien: mit dem jeweiligen Fachbuch, ergänzend etwa mit einem Lexikon oder mit einfacher Literatur (z. B. aus der Stadtbücherei); dabei gibt der Lehrer in der Regel konkrete Hilfestellungen (z. B. ergänzendes Material oder Tipps zur Rhetorik).

Die Referenten bemühen sich, die schriftlichen Informationen in gesprochene Sprache umzuwandeln (es »in eigenen Worten« zu sagen).

Sie halten das Referat für die Mitschüler (nicht für den Lehrer!); sie versuchen das Interesse der Mitschüler am Thema zu wecken und das Referat interessant und anschaulich zu gestalten.

Sie arbeiten mit einfachen Visualisierungen (z. B. Thema und Gliederungspunkte an der Tafel oder eine Folie von bis zu max. 20 Zeilen).

Sie dürfen ihr Referat ablesen, sollten sich dabei aber immer wieder vom Text lösen und Blickkontakt aufnehmen; zu einzelnen im Text markierten Stichworten entwickeln sie ihre Gedanken frei (freies Ablesen). Wenn es den Referenten bereits gelingt, ihre Gedanken auf Stichworte gestützt frei zu entwickeln (Methode Halb-Halb / Kärtchen-Methode) sollte das besonders gewürdigt werden.

Sie machen zu Hause oder in der Schule eine Generalprobe mit einer vertrauten Person (Vorversprachlichung und Zeitkontrolle!).

Die Referate dauern etwa 6 bis 12 Minuten, länger nur nach Absprache!

 

Referate in 9 und 10

Bei der Vorbereitung zeigen die Referenten eine größere Selbstständigkeit: Dies gilt sowohl für die Materialsammlung (umfangreichere und komplexere Literatur; Internetrecherche, Umfragen usw.) als auch für die rhetorische Vorbereitung. Zur selbstständigen Erarbeitung gehört selbstverständlich auch die gewissenhafte Angabe der Quellen. Schüler müssen damit rechnen, dass Lehrer Kontrollfragen stellen. Selbstständigkeit bedeutet auch, dass der Schüler von sich aus die Beratung mit dem Fachlehrer sucht.

Die Schüler kennen einfache Kommunikationsmodelle (z. B. Dreieck der Rhetorik oder Nachrichtenquadrat) sowie einfache Regeln (z. B. Sprich verständlich!, Sprich strukturiert! oder Sprich möglichst frei!) und wenden diese an. Dabei bemühen sie sich, möglichst du-orientiert und nur so sachorientiert wie nötig zu sprechen. Das heißt, sie orientieren sich bei Auswahl ihrer Informationen nicht nur an den Fakten, die vom Thema her erforderlich sind, sondern bewusst auch an den Voraussetzungen, Interessen und Erwartungen ihrer Mitschüler (Spannungsfeld zwischen Sach- und Du-Orientierung).

Sie verfügen über ein größeres Repertoire an Präsentationstechniken (neben Tafel und Folien z. B. auch: Pinnwand, Flipchart oder Lernplakat). Dabei beherrschen sie die technische Handhabung der Medien.

Beim Vortrag wählen die Referenten eine Vermittlungsmethode, die es ihnen erlaubt, möglichst frei zu sprechen (Kärtchen, Sprechen nach Gliederungspunkten, Medientrick).

Eine Generalprobe (s. o.!) bleibt weiterhin empfohlen zur Vorversprachlichung und zur Zeitkontrolle.

Die Schüler können Referate von der rhetorischen Seite beurteilen und sich gegenseitig Feedback geben.

Die Referate dauern etwa 8 bis 15 Min., länger nur nach Absprache!


Referate auf der Oberstufe

Bei der Vorbereitung stellen die Referenten im Hinblick auf Materialsammlung, rhetorische Vorbereitung und Methodenbewusstsein ein hohes Maß an Selbstständigkeit unter Beweis. Die inhaltliche Vorbereitung ist an wissenschaftlichen Anforderungen orientiert. Auch auf der Oberstufe ist selbstständiges Arbeiten durchaus damit vereinbar, dass der Schüler von sich aus die Beratung mit dem Fachlehrer sucht.

Die Schüler halten ihr Referat im Spannungsfeld von du- und sachorientiertem Sprechen. Sie sprechen nur so sachorientiert wie nötig und so du-orientiert wie möglich. Sie bemühen sich, ihr Referat in die jeweilige Unterrichtseinheit einzubetten und entsprechende Bezüge herzustellen.

Bei der Visualisierung verfügen sie über alle Präsentationstechniken und wenden diese gezielt und funktional an. In diesem Sinne ist auch eine computergestützte Präsentation (z. B. Powerpoint) zuzulassen.

Die Schüler beachten fachspezifische Besonderheiten.

Als besondere Leistung ist zu würdigen, wenn die Referenten Arbeitsmaterial ausgeben, gezielte Arbeitsanweisungen geben oder zum Mitschreiben auffordern. Ebenfalls positiv ist zu würdigen, wenn es dem Referenten gelingt, vom Monolog des Referats in einen Dialog oder in eine Diskussion überzuwechseln. Dazu gehört auch die Gestaltung einer Unterrichtsstunde.

Beim Vortrag entwickeln die Referenten ihre Fähigkeit weiter, stichwortgestützt möglichst frei zu sprechen (Kärtchen, Sprechen nach Gliederungspunkten, Medientrick, freie Rede).

Die Schüler sind darauf vorbereitet, dass sich an das Referat ein Kolloquium anschließen kann.

Die Referate dauern etwa 15 bis 25 Minuten, max. 40 Minuten etwa bei der Gestaltung einer Unterrichtsstunde, auch dies allerdings nur nach Absprache mit dem Fachlehrer.

 

Anforderungen an die Mitschüler

Eigentlich wäre es eine Selbstverständlichkeit, dass die Mitschüler bei Referaten das Wesentliche mitschreiben. Dies sollte im Rahmen unseres Methoden-Curriculums besprochen, behandelt und eingeübt werden. Bis dahin sind die folgenden Minimalanforderungen empfohlen:

Für die Stufe 7 bis 8:

Datum, Name des Referenten, Thema, Gliederungspunkte

Fazit / Zusammenfassung / zentrale Botschaft in mindestens einem Satz

Für die Stufe 9 bis 10:

Datum, Name des Referenten, Thema, Gliederungspunkte

Die wesentlichen Punkte der Visualisierung

Fazit / Zusammenfassung / zentrale Botschaft in ausführlicher(er) Form

Anmerkungen zum Feedback (Gut fand ich … / Verbessern könntest du noch …)

Für die Oberstufe:

Datum, Name des Referenten, Thema, Gliederungspunkte

Die wesentlichen Punkte der Visualisierung bzw. Mitschrift nach Aufforderung durch den Referenten

Selbstständige Mitschrift (zentrale Thesen oder Aussagen, unterrichtsrelevante Informationen usw.)

Anmerkungen zum Feedback (Gut fand ich … / Verbessern könntest du noch …)