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Kanzlerkandidat Stoiber (CSU) | |
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Mit dieser Rede in der Passauer Nibelungenhalle leitete der Herausforderer Edmund Stoiber am politischen Aschermittwoch den Wahlkampf 2002 ein. Typisch für eine Wahlkampfrede: der Angriff auf den politischen Gegner, hier: den Amtsinhaber und Bundeskanzler Gerhard Schröder. Zurück zur ... Übersicht |
Politischer Aschermittwoch in Passau (Februar 2002) als Wahlkampfauftakt
Meine Damen und Herren! Gerhard Schröder hat im Wahlkampf 1998 eine Garantiekarte mit zehn Versprechen verteilen lassen. Darauf stand: »Bewahren Sie diese Karte auf, und Sie werden sehen, dass wir halten, was wir versprechen.« Ich will nur die wichtigsten Versprechen nennen: Versprochen hat Schröder mehr Arbeitsplätze und eine Senkung der Arbeitslosigkeit auf 3,5 Millionen. Wie tönte Schröder noch vor seinem Amtsantritt: »Wenn wir es in den ersten Jahren nicht schaffen, die Arbeitslosigkeit deutlich zu senken, dann haben wir es nicht verdient, weiter zu regieren.« Wo er Recht hat, hat er Recht! Wirtschafts- und arbeitsmarktpolitisch hat er offensichtlich das Regieren schon eingestellt. Tatsache ist: Für das Jahr 2002 werden im Durchschnitt ca. 4 Millionen Arbeitslose prognostiziert. Das Bündnis für Arbeit besteht nur noch auf dem Papier. (...) Versprochen hat Schröder, den Aufbau Ost zur Chefsache zu machen. Ergebnis: Der Osten wird immer mehr abgehängt, die Arbeitslosigkeit Ost steigt! Versprochen hat Schröder mehr Steuergerechtigkeit für Familien mit Kindern. Tatsache ist: Was den Familien auf der einen Seite gegeben wird, wird ihnen andererseits durch Steuererhöhungen nahezu wieder genommen. Alleinerziehende sind darüber hinaus die großen Verlierer der rot-grünen Steuerreform. Versprochen hat Schröder mehr soziale Gerechtigkeit. Tatsache ist: Noch nie war die Zwei-Klassen-Medizin so krass wie heute, vom Rentenbetrug ganz zu schweigen. Meine sehr verehrten Damen und Herren! Gerhard Schröder und Rot-Grün haben nicht gehalten, was sie versprochen haben. Rot-Grün hat damit der Glaubwürdigkeit und der Verlässlichkeit der Politik großen Schaden zugefügt. Der Showmaster Schröder ist angetreten unter dem verheißungsvollen Titel: »Der große Preis«. Gesendet wird stattdessen unter seiner Verantwortung seit drei Jahren: »Pleiten, Pech und Pannen«. Meine Damen und Herren, unser Land muss vom Tabellenende wieder in die Spitzengruppe Europas geführt werden. Als Kanzlerkandidat von CDU und CSU stelle ich mich der Verantwortung und bitte Sie alle um Ihr Vertrauen und Ihre Unterstützung. Wir können diese Herausforderung erfolgreich bestehen! (...) Versprechungen, die gebrochen werden, haben die Menschen satt. Wir setzen auf Glaubwürdigkeit und Verlässlichkeit. CDU und CSU werden um jede Stimme für eine bessere Politik in Deutschland werben - mit Kompetenz und mit Sachargumenten! Die Menschen in Bayern wissen, dass ich mich als Ministerpräsident mit ganzem Herzen und mit meiner ganzen Kraft für meine Heimat eingesetzt habe und einsetze. Mit all meiner Erfahrung, Kraft und politischen Leidenschaft bin ich bereit, für eine gute und gesicherte Zukunft der Menschen in unserem Vaterland Deutschland zu arbeiten. Dafür brauche ich Ihr Vertrauen. Dafür brauche ich die ganz persönliche Unterstützung und den Einsatz eines jeden von Ihnen - in Ihren Familien, an Ihrem Arbeitsplatz, in Ihrer Gemeinde. Gemeinsam werden wir es schaffen, dass wir diesen Schlusslichtkanzler ablösen, dass wir dieses Land wieder voranbringen, dass wir wieder stolz auf dieses Land sein können! Anmerkung: Edmund Stoiber wich bei seiner Rede mit improvisierten Erläuterungen wiederholt vom Manuskript ab. Abweichend von der Tradition dieser bayrischen Veranstaltung trug er bei seinem Auftritt in der Halle einen neutralen Anzug mit Krawatte. Am Ende seiner Rede regte er mit den im Ritardando gesprochenen Schlussworten "Einigkeit und Recht und Freiheit" das Singen er dritten Strophe der Nationalhymne an. Zur Gegenrede von Gerhard Schröder |