Lexikon der Redner(Innen)
Kurzinformationen mit den Fundstellen zu wichtigen oder interessanten Reden


Antike / MA

Sokrates
Perikles
Aristoteles
Demosthenes
Cicero
Quintilian
Augustinus
Urban(II.)
Berthold
Eckart

1500 bis 1849

Luther
Müntzer
SanctaClara
Gottsched
Knigge
List
Siebenpfeiffer
Bassermann
Blum
Uhland

1849 bis 1949

Bismarck
Bebel
Wilhelm(II.)
Luxemburg
Scheidemann
Rathenau
Stresemann
Wels
Hitler
Goebbels

1949 bis heute

Niemöller
Albertz
Jens
Enzensberger
Heuss
Heinemann
Scheel
Weizsäcker
Herzog
Rau

1949 bis heute

Adenauer
Schumacher
Strauß
Wehner
Dutschke
Brandt
Barzel
HammBrücher
Schmidt
Kohl

1949 bis heute

Süssmuth
Schorlemmer
Schröder
Lafontaine
Fischer
Gysi
Schlauch
Trittin
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Abraham a Sancta Clara (1644-1709)
Populärer Barockprediger, eigentl. Ulrich Megerle; Beispiel aus einer Predigt: »Wer die Welt nennet ein Meer, der nennt sie recht: Das Meer hat allerlei gefährliche Klippen, Würbl und Sandbänk, also auch die Welt, darinnen stoßet mancher an eine harte Felsen, sage, an einen harten Kopf an, also, dass sein Glück völlig zu Scheitern geht: In dem Meer fressen die große Fisch die kleine, so fressen dann auch in der Welt die Menschen untereinander, einer ist dem andern nachstellig und aufsätzig.« [H 186]
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Adenauer, Konrad (1876-1967)
Jurist und Politiker (Zentrum, CDU). Vor dem 2. WK Kölner OB und Präs. des preuß. Staatsrates; nach dem 2. Wk Präs. des Parlament. Rates, Parteivorsitzender der CDU, 1949-1963 erster Kanzler der BRD. Sein Namen ist eng verbunden mit der Westintegration der BRD, der Wiedererlangung der Souveränität, aber auch mit einem strikten Antikommunismus. Zur Lektüre empfohlen: BT-Reden zum Mauerbau (18.8.1961)[F 274] und zur Spiegel-Affäre (1962).[V]
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Albertz, Heinrich (1915-1993)
Ev. Theologe und Politiker (SPD), 1966-67 Regierender Bürgermeister von Berlin, in der Friedensbewegung engagiert. Zur Lektüre empfohlen: Silvesterpredigt 1989 [U 829].
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Aristoteles (384-322 v. Chr.)
Philosoph, dessen Beiträge zur Staatstheorie, zur Ethik und zur Rhetorik nicht nur in Antike und Mittelalter, sondern bis in die Neuzeit grundlegend waren. Das »Dreieck der Rhetorik« geht auf ihn zurück. Ausführlicher im Aristoteles-Porträt.
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Augustinus (354-430 n.Chr.)
Ursprünglich Rhetoriklehrer, nach dem Übertritt zum Christentum Bischof und Kirchenlehrer. In seiner Schrift: »Von der christlichen Lehre« legte er den Grundstein für die Predigtlehre. Ausführlicher im Augustinus-Porträt
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Barzel, Rainer (geb 1924): Politiker (CDU), MdB, Bundesminister für gesamtdeutsche Fragen, 1972 Kanzlerkandidat beim konstruktiven Misstrauensvotum gegen W. Brandt, 1983/84 Bundestagspräsident, aber im Zusammenhang mit der Flick-Parteispendenaffäre zurückgetreten. Zur Lektüre empfohlen: Erwiderung auf die BT-Rede von H. Schmidt am 1.10.1982









Bassermann, Friedrich Daniel (1811-1855)
Kaufmann, Verleger, Politiker. Noch vor der Märzrevolution stellte er 1848 im badischen Landtag den Antrag auf ein deutsches Parlament: »Ja, Deutschlands größtes Bedürfnis ist - nicht eine Revolution - eine Reform, eine Reform seiner Verfassung.« [V]
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Bebel, August (1840-1913)
Drechslermeister, Politiker (SPD). Unter seiner Führung entwickelte sich die dt. Sozialdemokratie (ab 1890: SPD) zu einer Massenpartei und stellte 1912 die stärkste Fraktion im Reichstag. Zitat aus einer RT-Rede: »Meine Herren, statt dass Sie 100 Millionen Taler für die Anschaffung von Mordwerkzeugen und zur Erhaltung stehender Armeen verwenden, die dazu bestimmt sind, auf Geheiß eines Einzelnen sich gegenseitig die Köpfe einzuschlagen (Lachen), wäre es viel besser, wenn sie diese enormen Summen zur Volksaufklärung und Volksbildung verwendeten.« Zur Lektüre empfohlen: Rede vom 10.4.1867 [U 502].
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>Berthold von Regensburg (1210-1272)
Franziskaner, vermutlich der bedeutendste deutsche Prediger des Mittelalters; hier ein Auszug aus einer Predigt: »Sô mac der bâbest in allen landen niht gesîn, unde dâ von muoz ein ieglich lant geistlîche lêrer hân, und halt ein ieglich kristenmensche mac geistlîcher lêre niht enbern. Unde dâ von hât der bâbest bischöve und ander pfaffeheit gesetzet unde in geistlîche lêre verlihen, daz sie den gewalt haben ze binden unde ze enbinden. Unde dâ von ist der pfaffeheit gar nôt, daz sie wol gelernet haben von guoter kunst unde von guoter wîzheit ...« [H 71]
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Bismarck (1815-1898)
Preußisch-deutscher Staatsmann; zunächst Diplomat, dann preußischer Ministerpräsident, schließlich von 1871 bis 1890 Reichskanzler des durch seine Politik (»Eisen und Blut«) gegründeten Deutschen Reichs. Seine Verdienste sind die Reichsgründung, seine defensive Außenpolitik nach 1871 und die Einführung der Sozialversicherung. Kontrovers beurteilt wird seine Politik gegenüber den Liberalen, dem Zentrum und der Sozialdemokratie. Ein geschickt taktierender und trotz seiner unangenehmen Stimme erfolgreicher Parlamentsredner. Zur Lektüre empfohlen: Rede am 11.3.1867 [U 489] sowie RT-Reden vom 17.9.1878, vom 2.4.1881 und vom 6.2.1888.
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Blum, Robert (1807-1848)
Schriftsteller und Politiker. Radikalliberaler Oppositionspolitiker in Sachsen. Im Verlauf der Märzrevolution wurde der populäre Redner ins Vorparlament und schließlich in die Nationalversammlung gewählt. Trotz seiner Mitgliedschaft in der Paulskirche wurde er in Wien gefangen genommen und standrechtlich erschossen. Auszug aus einer Rede vor der Nationalversammlung: »Entweder das eine oder das andere ist richtig, denn sich die Politik zurechtmachen in der Art und Weise, wie sie einem eben für den Augenblick passt, das ist nach meiner Ansicht gar keine Politik.« Zur Lektüre empfohlen: Rede über die Zentralgewalt, 1848 [H 485]
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Brandt, Willy (1913-1992)
Journalist und Politiker (SPD). 1933 Emigration, MdB, 1957-66 Regierender Bürgermeister von Berlin, 1966-69 Außenminister, 1969-74 Bundeskanzler (»sozialliberale Koalition«). Unter dem Motto »Mehr Demokratie wagen« setzte er innenpolitisch einen Reformprozess in Gang; nach dem Prinzip »Wandel durch Annäherung« leitete er außenpolitisch eine Verständigungspolitik gegenüber Osteuropa ein, für die er 1971 den Friedensnobelpreis erhielt. Zur Lektüre empfohlene Rede: BT-Rede am 28.10.1969 [F 342, Gk 53] oder Rede am 10.11.1989.
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Cicero, Marcus Tullius (106-43 v. Chr.)
Röm. Politiker und Philosoph; Redner und Redelehrer. Ausführlicher im Cicero-Porträt.
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Demosthenes (384-322)
Berühmter Volksredner in Athen. Ausführlicher in der Schule der Rhetorik.
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Drewermann: in Arbeit







Dutschke, Rudi (1940-1979)
Charismatischer Studentenführer in der Studentenbewegung von 1967/68. Vgl. Reden-Sammlung.
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(Meister) Eckart (1260-1328)
Deutscher Mystiker; hier ein Auszug aus einer Predigt: »... diu natûre beginnet irs werkes an dem krenkesten, aber got der beginnet sîner werke an dem volkomensten. Natûre machet den man von dem Kinde und daz huon von dem eie, aber got machet den man vor dem Kinde und daz huon vor dem eie.« [H 98]
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Enzensberger, Hans-Magnus (geb. 1929)
Politisch engagierter Schriftsteller. Zur Lektüre empfohlen: Rede am 28.5.1968. [H 1150]
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Fischer, Joschka (geb. 1948)
Politiker von Bündnis 90/Die Grünen; als Wortführer ihres realpolit. Flügels 1985-87 hessischer Umweltminister; 1994-98 Sprecher der BT-Fraktion. Bundesaußenminister und Vizekanzler von 1998-2005. Zur Lektüre empfohlen: Rede auf dem Bundesparteitag in Bielefeld (1999) oder Rede über die Finalität der europ. Einigung (2000). [I]
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Goebbels, Joseph (1897-1945)
Politiker (NSDAP), neben Hitler, Göring und Himmler hauptverantwortlich für die NS-Verbrechen. Als Propagandaminister vertrat er mit demagogischen Techniken die NS-Ideologie, den Führerkult und den totalen Krieg. Als abschreckendes Beispiel für den Missbrauch der Rhetorik zur Analyse empfohlen: Berliner Sportpalast-Rede vom 18.2.1943 [Gk 52]. Deutlich wird bei der Analyse von Goebbels-Reden der Missbrauch rhetorischer Techniken. Da diese Reden von einer im Grunde menschenverachtenden Anthropologie ausgehen und da ihnen wesentliche Elemente einer ethischen Dimension (Menschenwürde, Respekt vor dem Andersdenkenden, Audiatur et altera pars usw.) fehlen, können an ihnen anschaulich Techniken der Manipulation, des Populismus und der Volksverhetzung analysiert werden.
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Gottsched, Joh. Chr. (1700-1766)
Literaturwissenschaftler und Schriftsteller der Aufklärung. Mit dem »Grundriss einer vernunftmäßigen Redekunst« sowie der »Ausführlichen Redekunst (Nach Anleitung der alten Griechen und Römer)« begründete er eine moderne Rhetorik für den deutschen Sprachraum. Zur Lektüre empfohlen: »Dass ein Redner ein ehrlicher Mann sein muss«. [U 287]
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Gysi, Gregor (geb. 1948)
Jurist und Politiker (SED, PDS, Linke), 1990-2000 MdB, eloquenter Redner mit hoher Popularität. Nach seinem Rücktritt als Berliner Wirtschaftssenator (2001) vorübergehend Rückzug aus der Politik. Zur Lektüre empfohlen: BT-Rede am 06.07.2000 zur Ökosteuer und Rede in der Antoniterkirche Köln am 18. Juni 2000 [I]
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Hamm-Brücher (geb. 1921)
Politikerin (FDP), MdB. Zur Lektüre empfohlen: Rede am 5.10.1990 [Gk 57].
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Heinemann, Gustav (1899-1976)
Rechtsanwalt und Politiker (CDU, GVP, SPD); aus Protest gegen die Wiederbewaffnung trat er 1950 als Innenminister zurück. Justizminister, Bundespräsident von 1969-1974. Zur Lektüre empfohlen: Fernsehansprache zu den Studentenunruhen (14.4.1968) [F 335/Gk 56] sowie Rede auf der Bremer Schaffermahlzeit (1970) [S 292].
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Herzog, Roman (geb. 1934)
Staatsrechtslehrer und Politiker (CDU), Präs. des Bundesverfassungsgerichts, von 1994-1999 Bundespräsident. Zur Lektüre empfohlen: »Aufbruch ins 21. Jahrhundert« (1997) und »Aufbruch in der Bildungswelt« (5.11.1997) [Schule 39].
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Heuss, Theodor (1884-1963)
Journalist, Politiker (DDP, FDP) und Schriftsteller, Professor für Politik und Geschichte. Mitglied des Parlamentar. Rates (Ausarbeitung des GG). Als erster Bundespräs. der Bundesrep. Dtl. (1949-59) prägte er stark die moralische Autorität dieses Amts. Zur Lektüre empfohlen: Antrittsrede vom 12.9.1949 und Rede in Bergen-Belsen (1952). [F 21]
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Hitler, Adolf (1889-1945)
Ohne Ausbildung und ohne Beruf, Politiker (NSDAP); von 1933-45 Reichskanzler und Staatsoberhaupt des sog. »Dritten Reiches«. Die Krisensituation gegen Ende der Weimarer Republik agitatorisch ausnutzend, gelang es ihm, zunehmend größere Erfolge für seine Partei bei den Wahlen zu erringen. Als Reichskanzler schaltete er durch Notverordnungen und das Ermächtigungsgesetz seine politischen Gegner aus. In seiner Diktatur wurde die Rhetorik durch die Propaganda ersetzt, denn das Recht auf Gegenrede galt nicht. Nach der Ausschaltung der Freiheits- und Menschenrechte entfesselte er den Zweiten Weltkrieg und veranlasste den Holocaust. Rede zur Analyse: Sportpalastrede vom 10.2.1933 [S 241]. Deutlich wird bei der Analyse von Hitler-Reden der Missbrauch rhetorischer Techniken. Da diese Reden von einer im Grunde menschenverachtenden Anthropologie ausgehen und da ihnen wesentliche Elemente einer ethischen Dimension (Menschenwürde, Respekt vor dem Andersdenkenden, Audiatur et altera pars usw.) fehlen, können an ihnen anschaulich Techniken der Manipulation, des Populismus und der Volksverhetzung analysiert werden.
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Jens, Walter (geb. 1923)
Schriftsteller, Kritiker, Literaturwissenschaftler, von 1963 bis 1988 Prof. für Rhetorik in Tübingen; Essays (»Von dt. Rede«, 1969; »Republikan. Reden« (1976).
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Knigge, A. Freiherr von (1752-1796)
Jurist, Schriftsteller, Wegbereiter der Aufklärung. Empfohlen: »Sechs Predigten gegen Despotismus, Dummheit, Aberglauben, Ungerechtigkeit, Untreue und Müßiggang« (1783) [erste Predigt in U 732].
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Kohl, Helmut (geb. 1930)
Politiker (CDU), MinPräs. von Rheinl.-Pf., langjähriger Parteivorsitzender der CDU, MdB, von 1982-1998 Bundeskanzler. Sein politisches Verdienst ist die dt. Wiedervereinigung und die Intensivierung des europäischen Einigungsprozesses. Die Wahlniederlage von 1998 und die Parteispendenaffäre beendeten die Ära Kohl. Zur Lektüre empfohlen: Tischrede zum Staatsempfang von E. Honecker (1987) und Dresdner Rede (1989).
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Lafontaine, Oskar (geb. 1943)
Dipl.-Physiker und Politiker (SPD), OB von Saarbrücken und Min.Präs. des Saarlands, als Kanzlerkandidat bei den ersten gesamtdt. BT-Wahlen 1990 gescheitert, zuvor bei einem Attentat schwer verletzt. Von 1995-1999 Vorsitzender der SPD, von Oktober 1998 bis zu seinem spektakulären Rücktritt im März 1999 Finanzminister, Zur Lektüre empfohlen: Parteitagsrede am 18./19. Nov. 1995.
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List, Friedrich (1789-1846)
Volkswirtschaftler und Politiker; Professor in Tübingen, Abgeordneter des württembergischen Landtags, Festungshaft und Exil in den USA, Vorkämpfer für den Eisenbahnbau und den Zollverein. Zur Lektüre empfohlen: Verteidigungsrede von 1821 [H 417].
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Luther, Martin (1483-1546)
Augustinermönch und Theologe. Mit seinen 95 Thesen über den Ablass leitete er die Reformation ein, den von Kirche und Reich verlangten Widerruf lehnte er ab. Ausführlicher im Luther-Porträt. Zur Lektüre empfohlen: Verteidigungsrede vor dem Wormser RT (1521) [S 100] sowie drei Predigten (1522) [H 116].
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Luxemburg, Rosa (1871-1919)
Politikerin, SPD, Mitbegründerin der KPD, aber auf Distanz zu Lenins Parteilehre: »Freiheit ist immer die Freiheit der Andersdenkenden.« Zur Lektüre empfohlen: Der politische Massenstreik und die Gewerkschaften (1910) [H 770] oder Rede zur Teilnahme an den Wahlen zur NV.
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Merkel, Angela (geb. 1954)
Physikerin und Politikerin (CDU). Nach dem Rücktritt von Kohl und Schäuble seit 2000 Parteivorsitzende der CDU; nach der Wahlniederlage des Kanzlerkandidaten E. Stoiber (CSU) und der Entmachtung innerparteilicher Kritiker als Parteivorsitzende in ihrer Position deutlich gefestigt. Zur Lektüre empfohlen: Rede auf dem CDU-Parteitag, 10.4.2000.
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Müntzer, Thomas (1490-1525)
Ev. Theologe und Sozialrevolutionär, zunächst Anschluss an die Reformation, später zunehmende Entfremdung von Luther; im Bauernkrieg auf der Seite der aufständischen Bauern; nach der Niederlage gefoltert und hingerichtet. Zur Lektüre empfohlen: Fürstenpredigt 1524 [H 130].
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Niemöller, Martin (1892-1984)
Ev. Theologe, als Gegner des Nationalsozialismus zentrale Persönlichkeit der »Bekennenden Kirche«; in der BRD setzte er sich für eine kritische Bewältigung der NS-Vergangenheit, gegen die Wiederaufrüstung und für die Friedensbewegung ein. Zur Lektüre empfohlen: Gedenkrede am 17. März 1962 [H 1078].
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Perikles (495-429 v. Chr.)
Athener Staatsmann, bedeutendster Redner auf dem Höhepunkt der attischen Demokratie. Zur Lektüre empfohlen: Trauerrede auf die gefallenen Soldaten (431 v. Chr.) [S 75].
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Quintilian (30-96 n. Chr.)
Seit 68 als Redner in Rom; im Alter schrieb er die zwölf Bücher seiner »Ausbildung des Redners« (Institutio oratoria). Ausführlicher im Quintilian-Porträt.
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Rathenau, Walther (1867-1922)
Industrieller, Schriftsteller und Politiker; wegen seiner »Erfüllungspolitik« und seiner jüd. Herkunft von Rechtsradikalen ermordet. Rathenau war einer der meistgelesenen Autoren seiner Zeit. Zur Lektüre empfohlen: RT-Rede vom 2.6.1921 [U 526].
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Rau, Johannes (geb. 1931)
Politiker (GVP, SPD); 1978-98 MinPräs. von NRW; wurde 1982 auch stellv. Vors. der SPD, 1999-2004 Bundespräsident. Zur Lektüre empfohlen: »Wird alles gut? - Für einen Fortschritt nach menschlichem Maß« (2001).[I]
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Scheel, Walter (geb. 1919)
Wirtschaftsberater und Politiker (FDP), 1969-1974 Außenminister, 1974-1979 Bundespräsident. Empfohlen: BT-Rede zu Neuwahlen (1972) und Trauerrede am 25.10.1977 [F 422].
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Scheidemann, Philipp (1865-1939)
Politiker (SPD), Rat der Volksbeauftragten, erster Ministerpräsident der Weimarer Republik. Zur Lektüre empfohlen: Ausrufung der Republik (9.11.1918) und Rede in der NV gegen den Versailler Vertrag (1919) [S 199].
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Schlauch, Rezzo (geb. 1947)
Jurist und Politiker (Bündnis 90/Die Grünen), 1998-2002 Fraktionsvorsitzender der Grünen im BT, danach parlamentarischer Staatssekretär. Zur Lektüre empfohlen: BT-Rede zur Parteispendenaffäre am 20.1.2000 [I].
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Schmidt, Helmut (geb. 1918)
Volkswirtschaftler und Staatswissenschaftler, Politiker (SPD); MdB, 1961-65 Innensenator in Hamburg, 1974-1982 Bundeskanzler an der Spitze einer SPD/FDP-Regierung. Er setzte sich innenpolitisch ein für die Bekämpfung des Terrorismus und der Rezession (Erdölkrise), außenpolitisch für Entspannung im Ost-West-Konflikt und für die Durchsetzung des NATO-Doppelbeschlusses; durch konstruktives Misstrauensvotum gestürzt. Zur Lektüre empfohlen: BT-Rede zum Misstrauensvotum am 1. Okt. 1982 [F 440].
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Schorlemmer, Friedrich (geb. 1944)
Ev. Theologe, Politiker (SPD); er unterstützte aktiv die DDR-Friedensbewegung »Schwerter zu Pflugscharen«; auch mit den »20 Wittenberger Thesen« und der Gründung des »Demokratischen Aufbruchs« leistete er 1989 einen wichtigen Beitrag zur friedlichen Revolution in der DDR. Zur Lektüre empfohlen: Predigt am 31.10.1989 [U 825]
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Schröder, Gerhard (geb. 1944)
Jurist und Politiker (SPD); MdB, 1990-1998 Ministerpräsident von Niedersachsen, Bundeskanzler von 1998-2005, nach dem Rücktritt von O. Lafontaine vorübergehend Bundesvorsitzender der SPD. Sehr geschickt im Umgang mit den Medien. Zur Lektüre empfohlen: Regierungserklärung am 19.04.1999 zum Stand der deutschen Einheit oder Parteitagsrede am 2. Juni 2002 (vgl. Reden-Sammlung).
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Schumacher, Kurt (1895-1952)
Volkswirtschaftler, Politiker (SPD); MdR, KZ; 1945 maßgeblich an der Wiederbegründung der SPD beteiligt, gegen die Vereinigung von SPD und KPD; seit 1946 Vors. der SPD; 1948/49 Mitgl. des Parlamentar. Rates; ab 1949 MdB und SPD-Fraktionsvors., übte als Oppositionsführer heftige Kritik an der Politik K. Adenauers. Zur Lektüre empfohlen: BT-Rede am 21.9.1949 [F 33]
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Siebenpfeiffer, P. J. (1785-1849)
Journalist, gemeinsam mit Wirth organisierte er 1832 das Hambacher Fest; aus seiner Rede: »Hoch lebe jedes Volk, das seine Ketten bricht und mit uns den Bund der Freiheit schwört! Vaterland - Volkshochheit - Völkerbund hoch!«
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Sokrates (469-399 v. Chr.)
Griech. Philosoph, Begründer der sokratischen Methode und Kritiker der Sophisten. Ausführlicher im Sokrates-Porträt.
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Stresemann, Gustav (1878-1929)
Nationalökonom und Politiker (DVP), Mitgl. der Nationalversammlung und MdR, Gründer und Vorsitzender der DVP; als Reichskanzler (1923) und Außenmin. ab 1923 erreichte er für fünf Jahre eine Stabilisierung der Republik; zus. mit Briand erhielt er den Friedensnobelpreis. Zur Lektüre empfohlen: Londoner Erklärung vom 1.12.1925 [U 531].
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Strauß, Franz-Joseph (1915-1988)
Gymnasiallehrer, Politiker (CSU); MdB; als Verteidigungsmin. leitete er die entscheidende Aufbauphase der Bundeswehr; Rücktritt wegen der »Spiegelaffäre«; seit 1961 Landesvors. der CSU, 1966-69 Bundesfinanzmin., 1978-1988 MinPräs. von Bayern; Zur Lektüre empfohlen: BT-Reden am 7.2.1952 [F 91]10. Juli 1952
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Süssmuth, Rita (geb. 1937)
Gymnasiallehrerin, Professorin für Erziehungswissenschaften, Bundesministerin, Bundestagspräsidentin. Vorsitzende der Zuwanderungs-Kommission. Zur Lektüre empfohlen: BT-Rede am 7.9.1989 [Gk 71]
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Jürgen, Trittin (geb. 1954)
Sozialwissenschaftler und Politiker (Bündnis 90/Die Grünen); als Bundesumweltminister erreichte er in langwierigen Verhandlungen den Beschluss zum umstrittenen Ausstieg Deutschlands aus der Kernenergie. Zur Lektüre empfohlen:
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Uhland, Ludwig (1787-1862)
Schriftsteller, Germanist, Anwalt, Politiker; liberaler Abgeordneter im württembergischen Landtag, Mitglied der Frankfurter Nationalversammlung. Zur Lektüre empfohlen: Rede gegen die Erbmonarchie (1849) [H 521].
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Papst Urban II (1040-1099)
Papst; auf der Synode von Clermont rief er zur Kreuzzugsbewegung auf. Zur Lektüre empfohlen: Aufruf zum Kreuzzug (1095) [S 98, Gk 51].
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Wehner, Herbert (1906-1990)
Politiker (KPD, SPD), MdB, 1969-83 Vors. der SPD-Bundestagsfraktion. Einflussreicher Politiker der SPD bes. in strategischen und taktischen Fragen. Ein leidenschaftlicher Debattenredner. Zur Lektüre empfohlen: Bundestagsrede zur demokratischen Legitimität der DDR-Regierung (1950) und zur Außenpolitik der BRD (30.6.1960) [F 244].
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Weizsäcker, Richard von (geb. 1920)
Wirtschaftsjurist und Rechtsanwalt; in der ev. Kirche engagiert, MdB, Regierender Bürgermeister von Berlin und 1984-94 Bundespräsident. In seinen Reden gelang es ihm in ethischen und gesellschaftspolitischen Fragen Konsens zu stiften. Zur Lektüre empfohlen: Ansprachen zum 40. Jahrestag der dt. Kapitulation (1985) [F 478] und zur Wiedervereinigung (3.10.1990) [Gk 58]
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Wels, Otto (1873-1939)
Politiker (SPD), MdR; Parteivorsitzender der SPD; für die SPD-Fraktion lehnte er am 23.3. 1933 das Ermächtigungsgesetz ab; Leitung der Exil-SPD. Zur Lektüre empfohlen: RT-Rede zur Ablehnung des Ermächtigungsgesetzes [U 539].
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Westerwelle, Guido (geb. 1961)
Jurist und Politiker (FDP); Generalsekretär, seit 2001 Bundesvorsitzender der FDP. Vgl. Reden-Sammlung.
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Wilhelm II. (1859-1941)
Deutscher Kaiser von 1888-1918. Zur Analyse empfohlen: RT-Ansprache vom 4.8.1914 [U 506].
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Wirth, Joseph (1879-1956)
Gymnasiallehrer und Politiker (Zentrum); Mitglied der Nationalversammlung, danach MdR, Reichsfinanzmin.; als Reichskanzler (1921/22) setzte er das Republikschutz-Ges. durch; weitere Ministerämter. Zur Lektüre empfohlen: RT-Rede vom 25.6.1922 [H 921].
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Hinweise auf mögliche Fundstellen:

[F]: H. Ferdinand, Reden, die die Republik bewegten. Herder 1988
[H]: W. Hinderer, Deutsche Reden (2 Bd.). Reclam 1973
[S]: H. Schlüter, Grundkurs der Rhetorik. dtv 1983
[U]: G. Ueding, Deutsche Reden. Insel 1999

[I]: Internet
[V]: Verschiedenes, Unveröffentlichtes, Audiomaterial

[Gk]: S. Gora, »Grundkurs Rhetorik« (in Auszügen)
[Schule]: S. Gora, »Schule der Rhetorik« (in Auszügen)