Lampenfieber bewältigen
Wer kennt es nicht – das
Lampenfieber? Wenn man vor der Klasse ein Gedicht aufsagen oder im
Musikunterricht etwas vorspielen bzw. vorsingen soll, wenn man sein erstes Referat
hält oder beim Schultheater zum ersten Mal auf der Bühne steht, fast immer
schleicht sich ein beklemmendes Gefühl ein: Man spürt starkes Herzklopfen oder
weiche Knie, zittrige Finger oder feuchte Hände, es wird einem ganz schlecht in
der Magengegend oder man hat Angst, einen roten Kopf zu bekommen. Gleichzeitig schleicht
sich das Gefühl ein, man habe alles, was man vorbereitet und eingeübt hat, vergessen.
Diese körperlichen
Reaktionen stellen sich ein, wenn man sich unsicher fühlt, wenn man etwas zum
ersten Mal macht und noch nicht weiß, ob man damit bei den anderen auch »ankommt«.
Selbst wenn es nur ein kleiner Trost sein mag: Lampenfieber ist eine ganz
normale Erscheinung; den meisten Menschen ergeht es so oder ganz ähnlich, auch
wenn man es ihnen nicht immer gleich ansieht.
So ärgerlich dieses Gefühl
auch sein mag, es hat auch seine positiven Seiten: Es spornt uns an zur
Leistung, es schafft eine positive Spannung, und es zeigt unsere menschliche
Seite. Während ein bisschen Lampenfieber also durchaus von Vorteil sein mag,
kann es uns blockieren, wenn es überhand nimmt.
Wie kann man nun dem eigenen
Lampenfieber begegnen?
Die ersten Voraussetzungen
für die erfolgreiche Bewältigung des eigenen Lampenfiebers sind eine gute
Vorbereitung und fleißiges Üben. So bietet es sich beispielsweise an, in einer
Art »Generalprobe« vor vertrauten Personen (den Eltern, älteren Geschwistern
oder guten Freunden) schon einmal den »Ernstfall« vorwegzunehmen. Hilfreich
ist, wenn man sich dabei ein Feedback (Rückmeldung) geben lässt: Dann weiß man,
was man schon gut kann und was man vielleicht noch verbessern könnte. Das
schafft Sicherheit.
Sinnvoll kann auch eine
bewusste Atemtechnik sein. Zwei Minuten vor dem Auftritt lässt man die Luft
ganz ruhig ein- und ausströmen, dabei denkt man sich auf jede Atem-Phase: »Ich«
(ein) – »bin« (aus) – »ganz« (ein) – »ruhig« (aus). Das beruhigt.
Manchmal hilft es auch, sich
einem Mitschüler oder einem guten Freund anzuvertrauen und ihm zu sagen, wie
stark man das eigene Lampenfieber fühlt. Das entlastet.
Etwas mehr Mut ist
erforderlich, wenn man sein Lampenfieber öffentlich anspricht. Das ist nicht
jedermanns Sache und ist nicht in jeder Situation möglich, hat aber den großen
Vorteil, dass man sein Lampenfieber nicht mehr verheimlichen braucht. Damit
nimmt die Spannung ab und zugleich auch – das Lampenfieber.