Der Basis(ab)satz im Deutschaufsatz

Der Basissatz wird in der Inhaltsangabe eines literarischen Werkes oder in der Einleitung zu einer Texterörterung / Textanalyse verwendet. Im Basissatz werden nach Möglichkeit die folgenden Fragen beantwortet:

·          Wer hat den Text verfasst?

·          Wie lautet der Titel des Textes?

·          Wann und wo ist der Text erschienen?

·          Um was für eine Textsorte (Gattung) handelt es sich?

·          Was ist das Thema des Textes?

·          Wann und wo spielt die Handlung?

·          Was ist – in einem Satz zusammengefasst – der Inhalt?

Die Struktur des Basissatzes:

Die [im Jahr] entstandene [Textsorte] [Titel] von [Name des Verfassers],
die [Zeitangabe] in [Ortsangabe] spielt, handelt von [Inhaltskern].

Oder etwas vereinfacht:

In [Textsorte] [Titel] von [Name des Verfassers]
geht es um … [Inhaltskern]

 

Mit »Basis-Satz« ist nicht gemeint, dass sein Inhalt unbedingt in einen einzigen Satz gepackt werden muss. Manchmal wird die Aussage verständlicher, wenn mehrere Sätze dafür verwendet werden.

Mit Anführungszeichen kann man Überschriften und Werktitel (z. B. Titel von Büchern, Zeitschriften, Zeitungen, Gedichten, Aufsätzen usw.) vom übrigen Text abgrenzen. Wenn ein Titel einen Artikel enthält (z. B. „Die Zeit“, „Der Spiegel“), kann er zwischen die Anführungszeichen gestellt werden; wird er dekliniert (z. B. Ich lese den „Spiegel“), dann steht der Artikel außerhalb. Wenn der Artikel außerhalb der Anführungszeichen steht, wird das folgende Wort großgeschrieben (z. B. Ich lese gerade „Der gute Mensch von Sezuan“ von Bertolt Brecht. Aber: Wir lesen im Unterricht gerade Brechts „Guten Menschen von Sezuan“.

Der Basissatz fasst das Kernproblem und die Aussage eines Textes in einem Satz zusammen. Er komprimiert den Inhalt in einen Satz, dem dadurch basale Funktion zukommt.

An den Basissatz kann sich eine ausführlichere Inhaltsangabe anschließen; in diesem Fall hat der Basissatz die Funktion einer Einleitung.

Der Stil der Vorlage wird weder im Basissatz noch bei der Inhaltsangabe übernommen. Nebensächliche Handlungen, ausführliche Beschreibungen, nebensächliche Personen und Einzelheiten, die nicht entscheidend sind, entfallen. Das Tempus ist das Präsens, der Modus der Indikativ. Wörtliche Rede entfällt. Sollte ohne sie die Handlung nicht darzustellen sein, wird die indirekte Rede verwendet (Konjunktiv beachten!).

Nicht immer können alle obigen Fragen beantwortet werden. Gibt es Texte, die keinen persönlichen Verfasser ausweisen, so eignen sich Formulierungen wie diese: „In dem von einem unbekannten Autor verfassten Text geht es um ...“. Wenn Texte keinen Titel tragen oder wenn es sich um Auszüge aus einem größeren Ganzen handelt, muss dies ebenfalls vermerkt werden (z. B. „in dem Gedicht ohne Titel“ oder „in dem Auszug aus dem Roman“). Ist keine oder nur eine ungenaue Angabe über den Erscheinungsort und das Erscheinungsdatum des Textes enthalten, so sollte es kurz erwähnt werden (z. B. o.O.); bedauerlicherweise ist dadurch die Einordnung eines Textes erschwert. Normalerweise findet man derartige Angaben am Beginn oder am Ende des Textes. Die übrigen Angaben zu Textsorte, Thema und Inhalt müssen in der Regel aus dem Text selbst herausgearbeitet werden. Nur manchmal kommt es vor, dass ein Text z. B. im Untertitel die Zuordnung zu einer bestimmten Textsorte sichtbar macht. Unbedingt vermieden werden sollten nichtssagende Bezeichungen wie „Text“, „Buch“ oder „Gedicht“, wenn sich dafür genauere Bezeichnungen anbieten wie „Essay“, „Novelle“ oder „Sonett“.

Diese Formalien sollen aber nicht dazu führen, dass das Wesentliche aus dem Blickfeld gerät:

Was ist das Thema?  bzw.  Worum geht es überhaupt?

Durch den Basissatz erhält der Leser des Aufsatzes eine erste Orientierung!

Bedenke:

Der Basissatz ist der erste (hoffentlich gute) Eindruck,
den sich der Leser macht und der den weiteren Leseprozess prägt.

 

Beispiele zu bekannten Jugendbüchern (leicht variiert):

In seinem 1971 erschienenen Jugendroman »Krabat« schildert Otfried Preußler (geb. 1923) das Leben und geheimnisvolle Sterben auf einer Mühle, die sich als Schwarze Schule entpuppt: Im Kampf gegen das Böse und den Tod vertraut die Titelfigur auf Freundschaft und Liebe.

                   Oder:

In dem britischen Fantasy-Roman »Harry Potter und der Stein der Weisen« (1997/1998) von Joanne K. Rowling (geb. 1965) besteht der Titelheld im Zauberinternat Hogwarts mithilfe seiner engsten Freunde Ron Weasley und Hermine Granger zahlreiche Abenteuer gegen den Tod bringenden Zauberer Lord Voldemort, der im ersten Band der siebenbändigen Reihe versucht den Stein der Weisen zu stehlen.

                   Oder:

»Tintenherz« ist 2003 erschienen und der erste Band der Tintenwelt-Trilogie von Cornelia Funke (geb. 1958): Der Abenteuerroman handelt von der zwölfjährigen Meggie, die mit ihrem Vater ein geheimnisvolles Buch zu retten versucht; dabei geht es um die Liebe zu Büchern und um das Erfinden von Geschichten, die mehr mit der Wirklichkeit zu tun haben, als der Leser ahnt.

 

Tipp:

Verfasse nun einen Basissatz zu der Lektüre, die gerade im Deutschunterricht behandelt wird oder die du im Abitur erwartest!