1. Ist die Rede auf
ein Thema beschränkt oder werden mehrere Themenbereiche angesprochen?
2. Was ist die
zentrale Botschaft? Wird ein wiederkehrender Slogan, ein Leitmotiv verwendet?
3. Sind die
aufgestellten Behauptungen nachvollziehbar, wahr und relevant? Werden sie auch
durch Argumente und Beispiele abgestützt? Wie lauten die wichtigsten Argumente?
4. Welcher Zustand
soll auf welchem Weg und auf welches Ziel hin verändert werden?
5. Wofür und
wogegen wird argumentiert? Was wird auf-, was wird abgewertet?
B) Der Redner als Wahlkämpfer
1. Welche Absichten
verfolgt der Redner vermutlich mit seiner Rede?
2. In welcher
Funktion / Rolle argumentiert er? Wie stellt er sich selbst dar? Was offenbart
er – bewusstbewußt
oder unbewusstunbewußt
– über sich?
3. Welche
Sprechakte (z. B. kritisieren, fordern, rechtfertigen) vollzieht er?
4. Auf welche Weise
wertet er sich und seine Partei auf?
5. Wirkt er – auch
in seinem Auftreten – glaubwürdig? Argumentiert er wahrhaftig?
C) Zuhörer (Anhänger, Gegner und Medien)
1. Wer sind die
Zuhörer? Bilden sie eine relativ geschlossene Gruppe von Anhängern oder sind
auch Gegner und Unentschiedene im Publikum? Zielt die Rede eher auf das
anwesende Publikum oder über die Medien an die nicht anwesenden Wähler?
2. Welche
politische Grundeinstellung, welchen ideologischen Hintergrund hat das Publikum
vermutlich? Stimmt dies mit der Grundeinstellung des Redners überein?
3. Welche Beziehung
wird hergestellt zu den Zuhörern? Werden sie direkt angesprochen? Wird
psychologisch geschickt oder mit Humor argumentiert? Werden »faule Tricks« angewandt?
4. Wie wird der
politische Gegner behandelt? (Auf welche Weise) Wird er abgewertet?
5. Wie reagieren
Zuhörer bzw. Gegner auf die Rede? Wie könnten / sollten sie reagieren?
D) Der Kontext der Rede
1. In welcher Phase
des Wahlkampfes (Auftakt, heiße Phase) wird die Rede gehalten? Soll sie eher
informieren, emotionalisieren oder mobilisieren?
2. In welchem Rahmen
wird die Rede gehalten? Große öffentliche (evtl. durch Medien verbreitete) Rede
oder Rede vor ausgesuchter Zuhörerschaft? Im Freien oder im Saal? Gehen ihr
auch organisatorische Vorbereitungen voraus? Was ist vorausgegangen, was folgt
der Rede?
3. Ist sie Teil
einer Debatte oder einer Podiumsdiskussion? Bezieht sie sich auf andere Reden?
Besteht die Möglichkeit eines Zwischenrufs, einer Zwischenfrage oder einer Gegenrede?
4. Inwiefern ist
die Rede kontrovers? Welche Gegenpositionen sind deutlich erkennbar?
5. Wie reagieren
die Medien auf die Rede? Ändert sich durch die Rede etwas an den demoskopischen
Werten für die Partei oder für den Redner?
E) Abschließende Wertung
1. Sind die
zentralen Aussagen verständlich, nachvollziehbar und plausibel? Ist die Rede
überschaubar gegliedert? Wird die zentrale Botschaft auf den Punkt gebrachtSchlußsatz?
2. Erkennt der
Wähler, wofür der Redner steht und womit nach der Wahl zu rechnen ist?
3. Bleibt die
Balance gewahrt zwischen sachlich-differenzierter Information und Argumentation
einerseits und leidenschaftlich-engagiertem Wahl-»Kampf« andererseits?
4. Will der Redner
polarisieren oder bemüht er sich um eine möglichst breite Zustimmung?
5. Welche Wirkung
hat die Rede – vermutlich oder erkennbar – auf die Zuhörer? Auf dich? Welchen
Redepassagen würdest du zustimmen, welchen widersprechen? Skizziere in
Stichworten eine Gegenrede zu erkennbaren Schwachpunkten dieser Wahlkampfrede!