Historische Übersicht
Heute
gibt es fünf
Gattungen
der Einzelrede:
die Gerichtsrede
die (politische)
Meinungsrede
die Festrede
die Predigt und
den Sachvortrag.

In der Praxis
überschneiden
und mischen sich
die Gattungen.



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In der Antike unterschied man drei Redegattungen: die Gerichtsrede, die politische Rede und die Festrede. Mit der Gerichtsrede beginnt im 5.Jh.v.Chr. auf Sizilien die Geschichte der Rhetorik: Ankläger und Verteidiger stützten sich vor Gericht auf die rhetorischen Anleitungen von Korax und Teisias um die Sache ihrer Mandanten überzeugend zu vertreten. Da Sizilien von den Griechen kolonisiert war, gelangte die junge Wissenschaft rasch nach Griechenland (Sokrates und Aristoteles) und von da ins Römische Reich (Cicero und Quintilian).

Die politische Meinungs- bzw. Überzeugungsrede war entweder Beratungsrede vor einer Institution (z. B. dem Senat) oder Rede an das Volk. (Heute unterscheiden wir zwischen Parlamentsreden und Parteitags- oder Wahlkampfreden.)

Im Gegensatz zur Gerichts- oder zur Meinungsrede behandelt die Festrede etwas, das nicht zur Diskussion steht. Bei einer Glückwunsch-, einer Empfangs- oder gar einer Trauerrede stehen die Tatsachen fest. Es kommt daher vor allem darauf an, wie der Redner die Person oder den Sachverhalt darstellt.

Mit der Christianisierung kam in der Spätantike und im Mittelalter als weitere Gattung die Predigt auf. Jesus hatte nach Mt seine Jünger aufgerufen: »Darum geht zu allen Völkern ... und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe.« Damit war der Anstoß zur vierten Redegattung gegeben, die von Augustinus und von Papst Gregor dem Großen theoretisch begründet und in der Reformation von Martin Luther weiterentwickelt wurde.

In der Neuzeit ist als fünfte Redegattung der Sachvortrag hinzugekommen. Seine Wurzeln hat er in den antiken Philosophenschulen und in der Vorlesung der spätmittelalterlichen Universität. In der modernen Informationsgesellschaft ist der Sachvortrag in allen Bildungseinrichtungen sowie in Politik, Verwaltung und Wirtschaft zu Hause.

Überholt ist die Auffassung, dass sich Rhetorik nur mit Reden und ihren Gattungen beschäftige. Genauso wichtig ist die Gesprächsrhetorik mit ihren Gattungen, zum Beispiel:
  • Diskussion
  • Debatte
  • Verhandlung.

    Daher geht es in der Praktischen Rhetorik nicht nur um Rede-, sondern auch um Gesprächstechniken.